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Innovationswissen aus der Praxis vom verrocchio Institute und seinen Fellows

Die beste Design Thinking Workshop Agenda

Eine Agenda für einen Design Thinking Workshop oder ein Design Thinking Projekt ist ein oft nachgefragtes Thema. Jeder will es haben, das Management, die Teilnehmer und alle Stakeholder, die involviert sind und auch die Ressourcen verantworten und sponsern. Ebenso verbringen besonders jüngere Innovation Coaches, Moderatoren und Design Thinking Facilitators viele Stunden damit, eine solche Agenda aufzustellen und zeitlich realistisch zu takten. Das sind für uns alles Gründe, um in diesem Artikel verschieden Blickwinkel auf das Corpus Delicti zu werfen.

Welcher Blickwinkel zur Design Thinking Workshop Agenda interessiert Dich?

Die Design Thinking Agendalüge

Gab es je ein Design Thinking Projekt, das exakt nach der vorgedachten Agenda verlaufen ist? – Sichergestellt NEIN. Damit wäre dann schon einmal klar, dass eigentlich jede vorab erstellte Agenda eine Art Lüge war.

Aber warum ist das so? Es liegt tatsächlich in der Natur der Sache des Design Thinking. Es ist ein ergebnisoffener, agil, iterativer Problemlösungs- bzw. Erschaffungsprozess. Ein Wechsel bzw. Fortschritt in den Arbeitspaketen (siehe nachfolgende Grafik) findet immer nur dann statt, wenn jeweils ein für das ganze Team zufriedenstellendes Zwischenergebnis entstanden ist. Da aber niemals vorhersehbar ist, wann diese Zustände erreicht werden, ist eben auch jede Agenda bzw. eine viel zu detaillierte Agenda sinnlos und lohnt den Aufwand der Erstellung nicht.

In einem idealen Umfeld wird so lange gearbeitet, bis eine verlässlich erfolgreiche Idee entstanden ist, um die die Kunden bereits vor der Umsetzung betteln.

Design Thinking Process
Grafik: MethodPad des verrocchio Institute zu Design Thinking

Wie aber sieht eine hilfreiche Agenda für eine Design Thinking Projekt aus?

Natürlich ist klar, dass die allermeisten Design Thinking Projekte und Design Thinking Sprints vorgegebene Zeitrahmen haben und nicht über unendliche Zeitressourcen verfügen. Also wie dann die Arbeit aufteilen?

Wir empfehlen Euch eine Agenda zu erstellen, die für alle Beteiligten einen helfenden Rahmen bietet und die während des Projekts immer sichtbar ist und Teil jeder Projektretrospektive und Teil jeder Timebox-Entscheidung ist (siehe nachfolgende Grafik).

Also niemals eine Agenda mit festen Zeiteinteilungen!

Design Thinking Agenda
Grafik: Empfohlene Design Thinking Agenda

Die Agenda soll ein helfendes Werkzeug bei der agilen Arbeit sein. Sie hilft dabei, den so wichtigen Fokus zu halten und flexibel darauf zu zusteuern.

Wie verhalte ich mich, wenn Sponsoren und Manager eine minutengenaue Agenda verlangen?

Wenn Personen wie Kunden, Manager oder Projektsponsoren eine minutengenaue Agenda verlangen, dann tun sie das fast immer nur weil sie es nicht besser Wissen. In vielen Fällen verantworten Personen Design Thinking Projekte, ohne das nötige Basiswissen über Design Thinking oder ergebnisoffene Erschaffensprojekte zu haben.

Unsere Empfehlung für Euch ist es zum einen diesen Umstand der Wissenslücke offen und höflich anzusprechen und zum anderen einen kurzen Wissenstransfer anzubieten. Die Erfahrung zeigt, dass nahezu 100% aller Führungskräfte dankbar sind, neues Wissen zu bekommen und dadurch auch besser managen zu können.

Auf langfristige Sicht sei es Unternehmen empfohlen, besonders die Führungskräfte mit dem nötigen Basiswissen zu versorgen. Dazu gibt es adäquate Angebot und Formate im Markt wie einen Innovation Kickstarter oder einen Innovation Managementhelikopter.

Zusätzlich ergibt sich auch die Reflexion, dass eine Person, die mehrere Rollen ausführt, ein deutlich größeres Erfahrungswissen mitbringen muss und ebenfalls ein Top-Standing beim Management des Unternehmens haben sollte.

geschrieben vonBenno van Aerssen