Warum Innovationsmanagement?

geschrieben vonBenno van Aerssen

Innovationsmanagement – überall da wo mehrere oder viele Menschen zusammen etwas tun, muß dieses Miteinander organisiert werden. Exakt so ist auch bei der Innovationsarbeit. Will man das maximale für´s Unternehmen herausholen muß auch die Innovationsarbeit organisierst werden.

Ist das immer nötig? Ich sage ganz klar ja – da ohne ein Minimalmaß an Organisation und Management immer erheblich viele Reibungsverluste entstehen, die sogar Innovationserfolge zuverlässig verhindern.

Aber wo fängt Innovationsmanagement an und wo hört es auf? Hier sind einige erste Fragen für dich, um dich dem Thema Innovationsmanagement zu nähern:

  1. Welche Reibungsverluste entstehen ohne ein Innovationsmanagement?
  2. Gibt einen Innovationsmanagement Standard?
  3. Wie modelliere ich eine passendes und zielführendes Modell?
  4. Gibt es Werkzeuge die mir beim Aufbau eines Innovationsmanagements helfen?
  5. Wie gelingt eine lebendige, nachhaltige Implementation?
  6. Wo ist das Innovationsmanagement am besten organisatorisch verortet?

Reibungsverluste ohne Innovationsmanagement

Für jede Unternehmensgröße, egal ob KMU, Mittelstand oder Konzern, gilt – wenn ich die Erfolgswahrscheinlichkeit auf Innovationserfolge steigern will, dann darf es keine organisatorischen Reibungsverluste geben. Die gesamte Innovationsarbeit, mit allen Beteiligten, muß wie ein geöltes Getriebe laufen und ineinander greifen.

Bekannte und häufig auftretende Reibungsverluste sind:

  • Wir erfinden Dinge, die schon längst irgend woanders existieren
  • Durch fehlende Hand-Overs wird immer wieder von Null gestartet und Erfolgssteigerung findet nicht statt – Beispiel immer wieder werden die selben EmpathyMaps erstellt und nicht über mehrere Teams und Projekte weiterentwickelt.
  • Wir tanken zu wenig Inspiration und unsere Ideen bleiben bekannt, langweilig und flach
  • Es entwickelt sich keine Innovationskultur, so kämpfen immer nur einige wie gegen Windmühlen
  • Das Niveau an zielführendem Innovationswissen bleibt zu gering und wir nutzen deshalb z.B. falsche Tools.
  • Unsere Führungskräfte führen nicht wirkungsvoll oder sogar kontraproduktiv
  • Uns gehen die zukünftigen Innovationsthemen aus; bzw. unsere Themen- und Technologieportfolios sind zu klein oder schwach
  • Viele Ideen die generiert wurden werden nicht umgesetzt, da sie nicht unmittelbar auf unsere strategischen Achsen einzahlen.
  • Wirklich radikale Ideen entstehen nicht, da es ein hartnäckiges Immunsystem im Unternehmen gibt.
  • Innovationsprojekte dauern zu lange und verlieren dadurch ihr Erfolgsmomentum.
  • Viele erfolgsversprechende Ideen werden dann in der Umsetzung weichgespült und verlieren ihre Power.
  • Es entstehen keine inspirierenden Arbeitsumgebungen und zielführenden Projekträume – das Innovationspotential wird nie voll ausgeschöpft.
  • Es gibt keinen wertschätzenden und zielführenden Umgang mit Fehlern – die lernende Organisation existiert nicht, deshalb werden wichtige Experimente und Fehler nicht gemacht – radikale neue Lösungen bleiben aus.
  • Es findet keine abteilungs-, bereichs- oder kompetenzübergreifende, multidisziplinäre Innovationsarbeit statt – wirklich neue Lösungen oder Cross-Industry-Innovationen bleiben aus.
  • Innovation beschränkt sich nur auf Produkte und Services – dabei ist die Innovation von Organisation, Marke, Netzwerk, etc. auch nötig um Innovationserfolge zu feiern.

Standard für Innovationsmanagement

Lass es mich kurz und knapp sagen – „Es gibt keinen Standard für ein Innovationsmanagementmodell!“. Alle innovativ erfolgreichen Organisationen haben sich einen eigenen individuellen Maßanzug entworfen und zugelegt.

Aber es eine Menge verlässlicher Prinzipien und Tools um ein gutes Modell für sich zu finden.

Ein individuelles Modell gestalten

Damit du ein wirkungsvolles Modell gestalten kannst solltest du dich auf die 8 wichtigsten Tätigkeiten fokussieren!

In mehr als einem Jahrzehnt Innovationsarbeit haben wir im verrocchio Institute 8 initiale Komponenten bzw. Tätigkeiten für ein nachhaltig erfolgreiches Innovationsmanagement identifiziert:

  1. Leading – das führende Mandat darstellen, leben und regelmäßig erneuern.
  2. Organizing – unser Innovieren effizient organisieren, damit alle Ressourcen flüssig ineinander greifen.
  3. Coaching – unser Innovieren moderieren, anleiten und fortbilden.
  4. Scouting – unsere Innovationsfähigkeit erhöhen und die Innovationsgeschwindigkeit steigern.
  5. Guiding – unsere Innovationsthemen, relevante Trends, Technologien und strategischen Achsen identifizieren.
  6. Defining – wichtige Wörter, Werte und Leitmotive definieren und zielgerichtet nutzen.
  7. Talking – über unser Innovieren sprechen und informieren – intern wie extern.
  8. Supporting – zusätzliche Wissensquellen, excellence Partner,  Inspiration und Netzwerke wirkungsvoll in unser Innovieren integrieren.

Nur wenn in deinem Modell alle 8 Tätigkeiten durch Handlungen, Entitäten, Rollen und Verantwortungen repräsentiert sind entsteh eine lebendiges und nachhaltig zielführendes Modell.

Innovationen sind umgesetzte Ideen, die Märkte revolutionieren, weil sie Probleme lösen, die unser Kunde noch gar nicht erkannt hat.

Benno van Aerssen und Christian Buchholz

Helfende Werkzeuge

Ein helfendes Werkzeug um schnell und zielführend ein eigenes Innovationsmanagement zu entwickeln oder zu modellieren ist der Innovation Management Canvas.

Es lässt sich sogar kostenlos von der verrocchio Website herunterladen.

Mit diesem Arbeitsblatt kannst Du das existierende Innovationsmanagmentmodell untersuchen und analysieren und sodann neue, bessere Modelle entwickeln.

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